Verpflichtende Vergangenheit.
Nürnberg regt an.
Nürnberg. Von der Stadt der Reichsparteitage zur Stadt der Menschenrechte und des Friedens. Kann man an einem Ort tagen, der besser zum Nachdenken anregt?
Über die Nürnberger Reichsparteitage, die Nürnberger Rassengesetze und die Nürnberger Prozesse ist Nürnberg eng mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden. Doch statt zu vertuschen und zu vergessen, sieht die Stadt in ihrer Vergangenheit eine Verpflichtung. Das geistige, politische und gesellschaftliche Leben Nürnbergs ist durchzogen von Aktivitäten, die weltweite Menschenrechtsverletzungen in den Mittelpunkt stellen.
Die Vergangenheit als Mahnung
Das
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände beleuchtet gleichermaßen die Faszination der Nürnberger Reichsparteitage sowie den damit verbundenen Terror. Die monströsen Pläne für das Reichsparteitagsgelände werden mit der an vielen Plätzen Nürnbergs noch vorhandenen nationalsozialistischen Architektur in Verbindung gebracht und kommentiert. In der Ausstellung
Memorium Nürnberger Prozesse können neben dem Prozessverlauf auch die von den Gerichtsverhandlungen ausgehenden Entwicklungen bis hin zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nachvollzogen werden.
Die Straße der Menschenrechte
Das
begehbare Kunstwerk mit den 27 hoch aufragenden Betonsäulen des israelischen Künstlers Dani Karavan ist Sinnbild der Verpflichtung Nürnbergs gegenüber der Vergangenheit. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die dort in Stein gemeißelt ist, hat das Bewusstsein der ganzen Stadt geschärft. Über den „Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg“, das „Internationale Filmfestival der Menschenrechte“, die „Straße der Kinderrechte im Stadtpark“ und die vielen internationalen Städtepartnerschaften erhebt Nürnberg heute seine Stimme als Stadt des Friedens und der Menschenrechte.